Microsoft Power Fx – Die Programmiersprache der Power Platform

Veröffentlicht am 03.03.2021 | Lesezeit 3 Min.

Microsoft Power Fx heißt jetzt die Programmiersprache der Power Platform. Lange hatte die Programmiersprache, die Microsoft innerhalb der Power Platform verwendet, keinen Namen und war nur gekapselt innerhalb der Plattform verwendbar. Zukünftig können Entwickler mit Power Fx auch außerhalb der Power Platform Apps entwickeln.

Mit Power Fx „programmieren“ wie in Excel

Die Kernzielgruppe der Power Platform beschreibt Microsoft als „versierte Excel-Benutzer“. Diesen soll ein leichter Einstieg in die Programmierung mit der Power Platform ermöglicht werden. Deshalb folgt Power Fx in Aufbau und Syntax stark den bekannten Excel-Formeln und positioniert sich so klar als eine Low-Code-Sprache.

Im Gegensatz zu vielen Programmiersprachen ist Microsoft Power Fx funktional, inhaltsbezogen, folgt einer strengen Typisierung und ist grundsätzlich deklarativ. Falls imperative Logiken benötigt werden, folgen diese einer identischen Sprachlogik, so dass aus Anwendersicht keine Unterschiede sichtbar werden. Dies ist vor allem für wenig erfahrene Anwender eine enorme Erleichterung, da die zu verwendende Syntax identisch ist. Beispielsweise haben Exceltabellen – im Gegensatz zu Power Apps – normalerweise keine Buttons (Schaltflächen), die gedrückt werden. Power Fx bietet hier den Vorteil, dass der einzugebende Code in beiden Fällen identisch ist, bei Buttons lediglich noch um ein „Ziel“ ergänzt wird.

Unterstützt wird die einfache Bedienung noch durch weitere Funktionen. So verwendet Microsoft Power Fx anwenderfreundliche Namen für die einzelnen Elemente. Ebenso erfolgt die Formelberechnung automatisch und in Echtzeit ohne Kompilierung, ganz wie in Excel.

Visual Studio als Editor

Für fortgeschrittene Nutzer oder professionelle Entwickler gibt es nun endlich auch die Möglichkeit, Lösungen für die Power Platform mit üblichen Entwicklerwerkzeugen wie beispielsweise Visual Studio zu erstellen und zu bearbeiten.

Aktuell wird Power Fx ausschließlich für Canvas-Power Apps verwendet. Microsoft plant, die Verwendung auf die gesamte Power Platform auszuweiten. Es wurde zudem angekündigt, dass die Sprache Erweiterungen erhält und Open-Source wird.

An den in Power BI verwendeten Sprachen „M“ und „DAX“ ändert sich durch Microsoft Power Fx nichts. Diese Sprachen haben einen anderen Fokus und stehen deshalb nicht in Konkurrenz.

Unser Fazit: Endlich!

Endlich hat das Kind einen Namen mögen viele denken, doch das ist nicht das eigentliche Highlight:

Endlich können professionelle Entwickler wie SOLVIN, mit Hilfe von Visual Studio die Erstellung von Power Platform-Lösungen deutlich schneller realisieren. Insbesondere Themen wie Massenformatierungen lassen sich nun komfortabel erledigen und Klickorgien im Power Apps-Studio gehören damit der Vergangenheit an. Einsteiger sollten sich allerdings nur sehr vorsichtig in solchen Editoren bewegen. Für diese Gruppe ist weiterhin das Power Apps-Studio die erste Wahl zur App-Erstellung.

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